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Catering: Einfache Hebel – große Wirkung

Kaum ein Bereich der Lebensmittelwirtschaft kann so unmittelbar Ernährungsgewohnheiten prägen wie die Gemeinschaftsverpflegung – von Studierendenwerken über Betriebsrestaurants bis zur Care-Verpflegung. Wer heute Speisepläne gestaltet, Einkauf steuert und Gästekommunikation verantwortet, kann Tierschutz stärken, Klima- und Gesundheitsziele stützen und zugleich Kosten stabil halten. Die gute Nachricht: Viele Caterer haben diese Chance bereits erkannt und sich auf den Weg gemacht. Denn es braucht kein perfektes Gesamtkonzept, um loszulegen. Viele wirksame Schritte sind niedrigschwellig und schnell umsetzbar.

Einfache Erfolgsrezepte

Schon kleine strukturelle Anpassungen verschieben die Nachfrage messbar in Richtung pflanzlicher Optionen und reduzieren so Tierprodukte: pflanzliche Gerichte an allen Ausgabestellen, attraktive Gerichtsbezeichnungen oder eine Platzierung an gut sichtbaren Stellen. Feldstudien zeigen, dass pflanzliche Defaults die Wahl klimafreundlicher Gerichte signifikant erhöhen können – ohne die Zufriedenheit der Gäste zu mindern.

Nachhaltigkeit ist zukunftsentscheidend: Wer in der Gemeinschaftsverpflegung den Einsatz von Tierprodukten reduziert, erfüllt nicht nur die Erwartungen an zeitgemäße, verantwortungsvolle Angebote, sondern senkt Treibhausgasemissionen, macht sich unabhängiger von stark schwankenden Einkaufspreisen und kann Speisepläne verlässlicher kalkulieren.

Auch ökonomisch lohnt ein Umdenken: Eine Analyse des Beratungsunternehmens SystemiQ zur Protein-Diversifizierung sieht für Deutschland erhebliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale.

Fünf praxisnahe Maßnahmen mit großer Hebelwirkung

1. Produkt – plant-based als Standard

  • Grundrezepte konsequent pflanzlich auslegen (inkl. Suppen/Beilagen)
  • Tierprodukte nur auf Wunsch ergänzen
  • Portionen tierischer Komponenten verkleinern
  • pflanzliche Anteile erhöhen

2. Preis – attraktiv und fair

  • pflanzliche Gerichte günstiger als Varianten mit Tierprodukten bepreisen
  • Aufpreis für Ergänzungen tierischer Art
  • Bundles, Kombi-Deals und Probieraktionen, die pflanzenreiche Optionen in den Fokus rücken

3. Präsentation – Geschmack in Szene setzen

  • Anrichten, Farbe, Garnitur professionell denken
  • Speisennamen auf Geschmack und Genuss ausrichten
  • dezente Icons, ggf. auch für Nachhaltigkeitskennzeichnung
  • plant-based aktiv empfehlen (Tagesgericht, »Empfehlung der Küche«)

4. Platzierung – Sichtbarkeit schlägt Gewohnheit

  • pflanzliche Gerichte auf Augenhöhe und an frequentierten Ausgaben platzieren
  • pflanzliche Optionen in die reguläre Karte integrieren – oben, nicht separat
  • Nähe zu Fleischgerichten schaffen, um die Wahl zu erleichtern

5. Personal – Können und Kommunikation

  • Küche in pflanzlicher Zubereitung und Rezeptanpassung schulen
  • Service mit klaren Argumentationshilfen zu Geschmack, Gesundheit und Ökobilanz ausstatten
  • Vorteile über Poster, Screens und Social Media erzählen

Plant Potential: Externe Expertise zahlt sich aus

Externe Expertise verkürzt die Lernkurve und sichert so die Gästezufriedenheit. Im Rahmen unseres Programms Plant Potential erstellen wir gemeinsam mit den Unternehmen einen passenden Fahrplan – praxiserprobt und skalierbar von kleinen Betrieben bis zu großen Playern.

Plant-Potential-Expertin Dr. Anna-Klara Amler berät die Unternehmen fachkundig: »Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht, denn oft sind Details erfolgsentscheidend: Wo setze ich Defaults sinnvoll ein? Wie benenne und kennzeichne ich Gerichte am besten? Welche Kennzahlen steuern wirklich?«

Wir kombinieren Menü- und Rezeptanalyse, erstellen individuelle Maßnahmenpläne, bieten Produktempfehlungen sowie Umsetzungstermine vor Ort. Die Zusammenarbeit kann schlank starten mit Easy-Wins, bevor wir gemeinsam ambitioniertere Ziele erreichen.

Jetzt probieren!

Sie denken, Ihre Gäste brauchen unbedingt Fleisch? Die Erfahrung zeigt: Wenn pflanzliche Optionen lecker, sichtbar, attraktiv benannt, preislich fair und gesund sind, steigen die Abrufe – ohne Abstriche bei der Zufriedenheit.

Sie fürchten, Plant Potential ist zu komplex für Ihre Strukturen? Plant Potential ist bewusst niedrigschwellig konzipiert. Die geprüften Maßnahmen lassen sich in bestehenden Prozessen verankern und erzeugen schnell Wins, die die nächsten Schritte erleichtern.

Sie sind bereits unterwegs? Hervorragend. Lassen Sie uns gemeinsam die Hebel so einstellen, dass aus guten Ansätzen messbare Erfolge werden – Teller für Teller.